Satou Sabally zieht sich vorerst vom Basketball zurück, um sich weiter von den Folgen ihrer Kopfverletzung zu erholen. Damit wächst zugleich die Unsicherheit darüber, ob der deutsche Superstar bei der anstehenden Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin überhaupt auflaufen kann.
New York Liberty bestätigte, dass Sabally für eine gewisse Zeit Abstand vom Team nehmen wird. Die 28-Jährige hatte sich am 23. Juni im Spiel gegen die Las Vegas Aces eine Gehirnerschütterung zugezogen und seitdem keine Partie mehr bestritten.
Liberty-Coach Chris DeMarco machte deutlich, dass aktuell ausschließlich Saballys Gesundheit im Mittelpunkt steht. Einen konkreten Zeitplan für ihre Rückkehr gibt es nicht.
Besonders wichtig: Sabally hat das offizielle Concussion Protocol der WNBA zwar bereits verlassen, fühlt sich aber offenbar noch nicht vollständig bereit für eine Rückkehr aufs Spielfeld. Eine medizinische Freigabe bedeutet bei einer Gehirnerschütterung nicht automatisch, dass sämtliche Beschwerden verschwunden sind oder eine Spielerin sofort wieder unter Wettkampfbedingungen belastbar ist.
Die Situation ist auch deshalb besonders sensibel, weil es sich nicht um Saballys erste schwerere Kopfverletzung innerhalb kurzer Zeit handelt.
Bereits während der WNBA Finals 2025, damals noch im Trikot der Phoenix Mercury, hatte Sabally eine Gehirnerschütterung erlitten. Die Folgen begleiteten sie bis in die Offseason und verhinderten unter anderem ihre Teilnahme an der anschließenden Unrivaled-Saison.
Nun folgt die nächste Kopfverletzung innerhalb von ungefähr einem Jahr.
Für die deutsche Nationalmannschaft kommt die Entwicklung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Die FIBA Women’s Basketball World Cup 2026 beginnt am 4. September in Berlin. Zwischen Saballys Entscheidung, vorerst Abstand vom Basketball zu nehmen, und dem Beginn des Turniers liegen damit nur wenige Wochen.
Sabally war fest als eine der zentralen Figuren der deutschen Mannschaft eingeplant. Sie gehört nicht nur zu den besten deutschen Basketballerinnen ihrer Generation, sondern sollte beim Heimturnier in ihrer Geburtsstadt Berlin auch eines der Gesichter der gesamten Weltmeisterschaft werden.
Eine offizielle Absage für die WM gibt es bislang nicht. Genauso wenig kann man sie derzeit jedoch als sicher einplanen.
Sportlich wäre ein Ausfall für Deutschland enorm schwer aufzufangen. Sabally spielte bereits bei den Olympischen Spielen 2024 eine entscheidende Rolle, als Deutschland bei seiner ersten olympischen Teilnahme überhaupt das Viertelfinale erreichte. Mit ihrer Größe, Vielseitigkeit, Athletik und internationalen Erfahrung gehört sie zu den wichtigsten Spielerinnen des DBB-Teams.
Bei einer Heim-WM in Berlin wäre ihre Bedeutung noch größer. Doch so wichtig das Turnier für den deutschen Basketball auch ist, die Priorität kann in dieser Situation nur bei Saballys Gesundheit liegen.
Bis zu einer möglichen Rückkehr bleiben noch einige Wochen. Solange sie jedoch nicht vollständig beschwerdefrei und bereit für den WNBA-Alltag ist, bleibt auch ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft offen.
Für Deutschland ist das eine sportlich schwierige Ungewissheit. Für Satou Sabally geht es momentan aber um etwas Wichtigeres als Basketball.
