Christoph Tilly ist seinem NBA-Traum einen wichtigen Schritt näher gekommen. Der deutsche Big Man hat bei den Oklahoma City Thunder einen Exhibit-10-Vertrag unterschrieben und erhält damit die Chance, sich im Trainingscamp und in der Preseason für eine weitere Zukunft innerhalb der Organisation zu empfehlen.
NEWS: The Thunder have signed C Christoph Tilly to an Exhibit-10 contract, per @Rylan_Stiles.
Tilly averaged 7.0 points and 3.0 rebounds across three games with OKC’s 2026 summer league team in Las Vegas.#ThunderUp pic.twitter.com/UKZ4LrLvtu
— SleeperThunder (@SleeperThunder) September 14, 2026
Für Tilly ist der Vertrag der vorläufige Höhepunkt eines langen College-Wegs. Der Center bestritt insgesamt 118 NCAA-Spiele, davon 91 als Starter, zunächst für Santa Clara und später für Ohio State. Über seine College-Karriere hinweg kam er im Schnitt auf 9,7 Punkte bei 52,9 Prozent aus dem Feld, 4,3 Rebounds und 1,7 Assists in 20,6 Minuten pro Partie. In seiner letzten Saison bei Ohio State legte er 11,0 Punkte, 4,7 Rebounds und 2,3 Assists pro Spiel auf und zeigte dabei vor allem als passstarker Big Man Qualitäten.
Nach dem College blieb Tilly bereits im direkten Umfeld der Thunder. In der Summer League lief er sechsmal für Oklahoma City auf und erzielte dabei durchschnittlich 6,0 Punkte und 2,8 Rebounds bei 53,1 Prozent Trefferquote aus dem Feld. Nun folgt der nächste logische Schritt.
Ein Exhibit-10-Vertrag ist allerdings noch kein garantierter NBA-Kaderplatz. Es handelt sich um einen einjährigen, nicht garantierten Minimum-Vertrag, der Teams zusätzliche Flexibilität für Trainingscamp, Preseason und G-League-Zuweisungen gibt. Für Tilly bedeutet das vor allem: Er bekommt die Möglichkeit, sich direkt vor den Entscheidern aus Oklahoma City zu präsentieren. Sollte er vor Saisonbeginn nicht den Sprung in den NBA-Kader schaffen, könnte der Weg über das G-League-Team Oklahoma City Blue weitergehen.
Gerade aus deutscher Sicht ist die Personalie besonders spannend. Tilly gehört zu der wachsenden Gruppe deutscher Spieler, die sich über das US-College-System an die NBA heranarbeiten.
Für uns ist die Geschichte zusätzlich interessant, weil Tilly bereits bei unserem Sidelines Podcast zu Gast war. Damals sprach er noch aus der Perspektive eines deutschen College-Spielers über seinen Weg im US-Basketball. Nun steht er plötzlich unmittelbar vor der nächsten Tür.
Oklahoma City verfügt zwar bereits über enorme Tiefe im Frontcourt, weshalb Tillys Weg in den endgültigen NBA-Kader alles andere als einfach wird. Doch ein Exhibit-10-Vertrag ist genau dafür gedacht: eine echte Chance, sich zu zeigen, Eindruck zu hinterlassen und innerhalb einer NBA-Organisation Fuß zu fassen.
Für Christoph Tilly ist damit noch nichts erreicht, aber sehr viel möglich.
