Jack Kayil wird auch in der kommenden Saison für ALBA Berlin auflaufen. Der 20-jährige Point Guard hat sich trotz seines NBA-Drafts zunächst für eine weitere Entwicklung in Deutschland entschieden und langfristig an den deutschen Meister gebunden.
Kayil wurde beim NBA Draft 2026 an 39. Stelle von den Houston Rockets ausgewählt, seine Draftrechte anschließend jedoch zu den New York Knicks transferiert. Die Knicks behalten diese Rechte weiterhin, werden den Berliner Guard vorerst aber nicht in ihren NBA-Kader holen.
Stattdessen unterschrieb Kayil bei ALBA einen neuen Vertrag bis 2031. Für Berlin war die Verpflichtung keineswegs selbstverständlich, da Kayil vertraglich noch an KK Mega Basket gebunden war und ALBA deshalb eine Ablöse zahlen musste. Sportdirektor Himar Ojeda bezeichnete den Verbleib des Guards entsprechend als wichtigen Schritt für die Zukunft des Klubs.
Für Kayil selbst bedeutet die Entscheidung allerdings keine Abkehr von der NBA. Sein langfristiges Ziel bleibt der Sprung in die beste Basketballliga der Welt. ALBA soll ihm dafür weiterhin die Möglichkeit geben, auf hohem europäischen Niveau Verantwortung zu übernehmen und sich in einer deutlich größeren Rolle zu entwickeln, als sie ihm in New York derzeit vermutlich offenstehen würde.
Dass die Knicks zunächst auf ein sogenanntes Draft-and-Stash-Modell setzen, ist nachvollziehbar. Kayil zeigte während der Summer League interessante Ansätze und kam dort auf durchschnittlich 8,8 Punkte, 3,5 Assists und 3,0 Rebounds, braucht aber vor allem offensiv noch Entwicklung. New York kann seine Fortschritte aus der Distanz verfolgen, ohne ihm bereits einen festen NBA-Rosterplatz geben zu müssen.
In Berlin dagegen bekommt Kayil etwas, das für einen jungen Point Guard besonders wertvoll ist: Minuten, Verantwortung und die Möglichkeit, Fehler zu machen. Nach einer starken vergangenen Saison, in der er mit ALBA deutscher Meister wurde und als eines der größten deutschen Guard-Talente seinen nächsten Schritt machte, dürfte seine Rolle nun noch größer werden.
Für ALBA ist sein Verbleib deshalb ein echter Coup. Und auch für Kayil muss der zusätzliche Umweg über Berlin kein Rückschritt sein. Die Knicks besitzen weiterhin seine NBA-Rechte und wenn seine Entwicklung so weitergeht, könnte die kommende Saison weniger ein Abschied vom NBA-Traum als vielmehr die Vorbereitung darauf sein.
