Wie schon am Vorabend in Charlotte hatten die Trail Blazers ihrem Gegner ohne den weiterhin verletzt ausfallenden All-Star Deni Avdija schlichtweg zu wenig entgegenzusetzen. Die Hawks erspielten sich schon früh in der Partie eine deutliche Führung – und liefen zu keinem Zeitpunkt wirklich Gefahr, diese aus der Hand zu geben. Onyeka Okongwu schrammte mit sieben getroffenen Dreiern nur knapp an seinem Career-High vorbei. „When it rains, it pours“, sagte der 25-Jährige lachend. Wenn es regnet, dann schüttet es – oder eleganter übersetzt: Wenn es mal läuft, dann läuft es eben.
Dieser Satz lässt sich generell auf die Hawks in den vergangenen Tagen übertragen. Jonathan Kuminga wurde nach seinem Trade von den Warriors wiedergeboren. Die aktuelle Starting Five – Okongwu, Jalen Johnson, CJ McCollum, Dyson Daniels und Nickeil Alexander-Walker – zählt mit einem Net-Rating von irren +25,9 zu den besten Quintetts im Basketball. (Natürlich der Disclaimer: kleine Stichprobe).
„Jeder von ihnen ist in der Lage, Plays für sich selbst und andere zu machen. Und sie machen aktuell Plays füreinander“, lobte Quin Snyder seine Schützlinge. Johnson ergänzte in der Kabine nach der Partie: „Wir kommunizieren gut miteinander und haben viel Intensität. Das hilft uns dabei, uns gegenseitig auf ein anderes Level zu heben.“
Wie so oft in Atlanta sollte in den nächsten Wochen allerdings die Kirche im Dorf bleiben. Vier der fünf Siege seit dem All-Star-Break kamen gegen Brooklyn, Washington und nun die Blazers. Egal, ob die Hawks noch den Sprung in die Top-6 schaffen sollten oder ihre alljährliche Play-In-Tradition fortführen – spätestens in der ersten Runde wird für diese Truppe wohl Endstation sein. Und das ist okay so. Der Blick in die Zukunft darf trotz der etwas seltsamen Übergangssaison und der Trennung von Franchise-Spieler Trae Young optimistisch sein. Man hat einen spannenden, jungen Kern rund um Johnson sowie die Chance auf einen hohen Pick (via New Orleans oder Milwaukee) in einem angeblich historisch guten Draft-Jahrgang.
135 Punkte gegen dezimierte Blazers an einem Sonntagabend sind schön und gut, doch es ist das große Ganze, worüber sich Hawks-Fans dieser Tage freuen sollten.
