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Steinbach, Anderson: Charlotte Wird Plötzlich Pflichtprogramm Für Deutsche NBA-Fans

by Len Werle
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Jahrelang war die Sache für deutsche NBA-Fans ziemlich einfach: Wer möglichst viel deutschen Bezug in der Liga sehen wollte, schaute nach Orlando. Franz und Moritz Wagner machten die Magic zur naheliegenden deutschen NBA-Filiale, dazu kam mit Tristan da Silva ein weiterer vertrauter Name für viele Fans hierzulande. Orlando hatte den Berlin-Bonus, den Weltmeister-Bonus und den Brüder-Bonus.

Jetzt aber meldet sich Charlotte.

Die Hornets haben im NBA Draft 2026 gleich zwei deutsche Spieler in der ersten Runde ausgewählt: Hannes Steinbach an Position 14 und Christian Anderson Jr. an Position 18. Damit ist Charlotte auf einen Schlag zu einem der spannendsten Teams für deutsche Basketball-Fans geworden. Nicht irgendwann. Sofort.

Steinbach ist dabei die große emotionale Geschichte. Der Forward/Center kommt aus Würzburg, spielte bereits in der Bundesliga und entwickelte sich anschließend an der University of Washington weiter. Dass er nun in der ersten Runde gezogen wurde, ist nicht nur ein persönlicher Meilenstein, sondern auch ein weiterer Beweis dafür, wie stark der deutsche Basketball inzwischen Talente auf NBA-Niveau hervorbringt.

Anderson macht die Sache noch interessanter. Charlotte nahm den Guard von Texas Tech nur vier Picks später. Damit bekommt Steinbach nicht einfach nur einen weiteren Deutschen neben sich, sondern einen jungen Backcourt-Spieler, der mit ihm gemeinsam als Teil eines neuen Hornets-Kerns wachsen kann. 

Und genau deshalb wird Charlotte plötzlich spannend. Die Hornets waren für deutsche Fans bislang nicht unbedingt das erste Team, das man sich nachts um 1:30 Uhr freiwillig antat. Jetzt sieht das anders aus. Plötzlich gibt es einen klaren Grund, League Pass anzuschmeißen, Boxscores zu checken und sich zu fragen, ob Charlotte nicht heimlich das neue deutsche Lieblingsprojekt werden könnte.

Der Vergleich mit Orlando liegt auf der Hand. Die Magic bleiben durch Franz Wagner und Moritz Wagner natürlich ein deutsches Schwergewicht im NBA-Kosmos. Orlando hat über Jahre eine echte Verbindung zu deutschen Fans aufgebaut, was zuletzt auch beim NBA-Spiel in Berlin deutlich wurde.

Aber Charlotte hat nun etwas, das Orlando nicht mehr hat: den Reiz des Neuen. Steinbach und Anderson kommen gleichzeitig, in derselben Draft-Nacht, in derselben ersten Runde, in dieselbe Franchise. 

Natürlich muss man fair bleiben. Draft-Nacht ist noch keine Karriere. Steinbach muss sich an NBA-Tempo, Körperlichkeit und Rollenfindung gewöhnen. Anderson muss zeigen, dass sein Spiel gegen NBA-Athletik trägt. Charlotte muss ihnen Minuten, Struktur und Geduld geben. Aber genau das macht den Reiz aus. Hier geht es nicht um fertige Stars. Hier geht es um Entwicklung, Hoffnung und den Spaß, von Anfang an dabei zu sein.

Für deutsche Fans ist das perfekt. Orlando bleibt das etablierte Zuhause. Charlotte wird der neue Geheimtipp mit großem Potenzial. Die Magic hatten lange den deutschen NBA-Abend für sich. Jetzt summt es auch in Charlotte.

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