Es war einer dieser Momente, die man in keiner Statistik findet.
Hannes Steinbach hatte gerade seinen NBA-Traum verwirklicht. Mit dem 14. Pick des Drafts wurde der Würzburger von den Charlotte Hornets ausgewählt. Millionen Fans sahen den emotionalen Moment, die Umarmungen, die Erleichterung und die Freude. Was viele Zuschauer allerdings nicht hörten, war vielleicht der schönste Teil des Abends.
Dirk Nowitzki meldete sich persönlich.
„Hannes, Glückwunsch. Ein weiterer Junge aus Würzburg in der Liga. Unglaublich. Ich kenne dich, seit du geboren bist. Ich habe deinen Weg verfolgt und bin unglaublich stolz auf dich.“
A special message from Dirk Nowitzki to Hannes Steinbach after he was drafted 14th overall by the @hornets 🙌 pic.twitter.com/sRzpmyyuNa
— NBA (@NBA) June 24, 2026
Mehr Würzburg geht kaum.
Denn die Verbindung zwischen den beiden reicht weit über den Basketball hinaus. Steinbachs Vater Burkhard spielte einst gemeinsam mit einem jungen Dirk Nowitzki in Würzburg. Jahrzehnte später sitzt Dirk nun als NBA-Legende vor einer Kamera und gratuliert dem Sohn seines ehemaligen Mitspielers zum Sprung in die beste Liga der Welt.
Es ist genau diese Geschichte, die den deutschen Basketball in den vergangenen 25 Jahren geprägt hat. Dirk öffnete die Tür. Danach kamen Spieler wie Dennis Schröder, Maxi Kleber (ebenfalls Würzburger), die Wagner-Brüder, Isaiah Hartenstein, Tristan da Silva oder Ariel Hukporti. Nun klopft mit Hannes Steinbach die nächste Generation an.
Und vielleicht war genau deshalb so viel Stolz in Nowitzkis Stimme zu hören.
Steinbachs Weg verlief dabei keineswegs auf direktem Weg. Über die Nachwuchsarbeit in Würzburg, die Bundesliga und schließlich die University of Washington arbeitete er sich zu einem der interessantesten Big Men seines Jahrgangs hoch. Seine starke Saison am College machte ihn zu einem Lotterie-Kandidaten und schließlich zu einem Top-15-Pick.
Doch an diesem Abend ging es für einen Moment nicht um Rebounds, Draft-Prognosen oder NBA-Verträge.
Es ging um Würzburg.
Um einen Jungen, der dort aufgewachsen ist. Um eine Basketball-Legende, die denselben Weg vor ihm gegangen ist. Und um die Erkenntnis, dass aus einer Stadt am Main inzwischen immer wieder NBA-Geschichten entstehen.
