Noch konnten wir AJ Dybantsa, dem ersten Pick des diesjährigen NBA-Drafts, nicht zu seinem NBA-Debüt gratulieren. Noch wissen wir also nicht, wie das 19-jährige Supertalent an der Seite von Trae Young und Anthony Davis aussieht – zumindest nicht in echtem Regular-Season-Basketball. Generell wissen wir nicht, wie die beiden in den letzten Jahren bei ihren vergangenen Arbeitgebern in Ungnade gefallenen Superstars den jungen Kern der Wizards beeinflussen werden. Das zu beobachten, wird ligaweit eine der spannendsten Übungen für uns NBA-Fans werden.
In der Theorie könnten die Wizards fast jeden Gegner vor ernsthafte Probleme stellen. Young könnte die Offense quasi im Alleingang auf ein gewisses, respektables Level heben. Gleiches gilt für Davis und die Defense. Können einer der besten Ballverteiler und einer der besten Verteidiger ihrer Generation ein Ökosystem der Kompetenz erschaffen, in dem sich die jungen Wilden an ihrer Seite entsprechend entwickeln können?
Müsste man sein Leben darauf verwetten, wäre die Antwort vermutlich ein deutliches Nein. Der schnippische Spitzname Anthony „Day-to-Davis“ kommt nicht von ungefähr. Der 33-jährige Big Man absolvierte in der vergangenen Saison sage und schreibe 20 Partien. Auf sein Debüt im Wizards-Dress wartete man in der Hauptstadt nach dem Deadline-Trade mit den Dallas Mavericks vergeblich. Gut, das lag unter anderem wohl daran, dass in Washington im Rennen um Dybantsa und Co. möglichst viele Niederlagen aneinandergereiht werden sollten. Dennoch: Sollte man im Jahr 2026 seine Hoffnungen auf einen großen Leistungssprung nochin die Hände von Anthony Davis legen?
Die gesundheitlichen Fragezeichen um Trae Young sind zwar nicht so groß, doch auch der 28-jährige Point Guard hatte zuletzt vermehrt mit Verletzungen zu kämpfen und hinterließ nach seinem Abgang bei den Atlanta Hawks viel verbrannte Erde – nicht zuletzt wegen seiner Unfähigkeit (oder Unwilligkeit), sein Spiel zugunsten des Kollektivs anzupassen.
Welche Version von Davis und Young werden wir nun also in DC bekommen? Und wie weit hinaus könnte es für die Franchise, die nach ihrem 128:116-Auftaktsieg über die Milwaukee Bucks erstmals seit beinahe vier Jahren wieder einen Winning Record vorzuweisen hatte, gehen? Ist ein Platz im Play-In-Turnier realistisch? Oder vielleicht sogar die erste Playoff-Teilnahme seit 2021? Für solche Prognosen ist es noch zu früh. Fest steht: Es wird sich in den kommenden Wochen und Monaten allemal lohnen, ein Auge auf die Wizards zu haben.
