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Wie Voll Ist Das Glas Der Cavaliers?

Die Cleveland Cavaliers schafften es erstmals seit 2018 endlich wieder in die Conference Finals. Dennoch findet sich die Franchise in einer sehr ähnlichen Situation wieder wie schon in den vergangenen Jahren: irgendwo zwischen Optimismus und Ungewissheit.

by Lorenzo Ligresti
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Der Playoff-Run der Cleveland Cavaliers dürfte in Fans der Franchise aus Ohio gemischte Gefühle geschürt haben. Zum einen schaffte man es nach Erfolgen über die Toronto Raptors und Detroit Pistons erstmals seit 2018 wieder in die Conference Finals. (In den Jahren, in denen der beste Spieler des Teams nicht auf den Namen LeBron James hört, sogar erstmals seit 1992.) Andererseits geht man nun erneut in eine Saison, in der der ganz große Wurf eher unwahrscheinliche Fantasie als realistische Hoffnung zu sein scheint.

Eben jener Playoff-Run sollte rückblickend nicht unter Wert verkauft werden. Auch wenn die Cavs gegen Toronto und Detroit jeweils ein entscheidendes siebtes Spiel benötigten und beide Serien alles andere als ein Selbstläufer waren, besiegte man am Ende eben doch zwei starke Kontrahenten und marschierte so bis ins Halbfinale der NBA. Allerdings zeigte der spätere Meister aus New York den Cavs in dieser Conference-Finals-Serie deutlich die Grenzen auf. Donovan Mitchell und James Harden konnten die Offense nicht auf ein ausreichendes Level heben. Gleiches galt für Evan Mobley, Jarrett Allen und die Defensive. Die Knicks machten kurzen Prozess, beendeten die Serie mit einem Sweep und schickten die Cavs in einen weiteren Sommer voller Ungewissheit.

Wie geht es jetzt weiter? Geht man optimistisch in die neue Saison? Schließlich ist der Kern eines Conference-Finalisten noch da – plus Peyton Watson als namhafter Neuzugang. Sicherlich wird man sich auch in der regulären Saison 2026/27 vor keinem Gegner verstecken müssen und zahlreiche Siege einsammeln. Oder herrscht im Herzen Ohios eher Pessimismus vor? Der Larry-O’Brien-Trophäe wirklich näher gekommen ist man in dieser Offseason nämlich – auf dem Papier zumindest – auch nicht. Um sich an dieser Stelle einer altbekannten Metapher zu bedienen: Ist das Glas in Cleveland halb voll? Oder doch eher halb leer?

Einige Fragezeichen wird das Team von Headcoach Kenny Atkinson erneut ausräumen müssen. Die Regular Season ist bekanntlich ein langer und steiniger Weg. Dennoch geht es für die Cavs vor allem darum, was im April, Mai und Juni passiert. In einer immer stärker werdenden Eastern Conference steht man unter einem unausweichlichen Leistungsdruck. Sollte Cleveland einer Meisterschaft im fünften Jahr der Mitchell-Mobley-Ära erneut nicht wirklich nahekommen, kommen im Sommer 2027 unangenehme Fragen auf alle Beteiligten zu.

Das Startprogramm der Cavs hat es durchaus in sich. In sechs der ersten zehn Spielen bekommt man es mit den Philadelphia 76ers, Oklahoma City Thunder (je zweimal), New York Knicks und Minnesota Timberwolves zu tun. Die ersten Saisonwochen werden uns also einiges darüber verraten, wohin die Reise gehen könnte – und wie voll das Glas der Cavaliers ist.

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