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Die Jungen Wilden Hornets

Die Charlotte Hornets sind aktuell in NBA-Kreisen in aller Munde – und das nicht nur wegen der Schlägerei im Spiel gegen die Pistons. Das Team von Headcoach Charles Lee ist auch rein sportlich das Team der Stunde. Es stellt sich die Frage: Wie zur Hölle haben sie das geschafft? Und wie weit kann die Reise noch gehen?

by Lorenzo Ligresti
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Die folgenden Worte sind kein Tippfehler und kein Ergebnis manipulierter Daten: Die Charlotte Hornets sind im Kalenderjahr 2026 das beste Team der NBA. Über diese Aussage lässt sich natürlich streiten. Und ja, einige Punkte – beispielsweise unverhältnismäßig heißes Shooting und ein nicht allzu schwieriger Spielplan – relativieren sie ein Stück weit. Doch die Zahlen (laut Cleaning the Glass) lügen nicht: das beste Net Rating der NBA (+10,0), die zweitbeste Offense (119,7) und die drittbeste Defense (109,7), seit der Kalender auf 2026 umgeschlagen hat.

Die offensive Seite dieser Gleichung ist zumindest noch weniger verwunderlich. Dass man mit einem fitten LaMelo Ball, dem fantastischen Rookie Kon Knueppel und den Flügelspielern Brandon Miller und Miles Bridges eine potente Offense stellt, ist keine große Überraschung. Dass dieses Quartett mit dem kürzlich zum Starter beförderten Moussa Diabaté zusammen aber knapp 140 Punkte pro 100 Ballbesitze erzielt, hätten wohl selbst die optimistischsten Hornets-Fans nicht für möglich gehalten. Charlottes erste Fünf hat in 479 Possessions ein absurdes Net Rating von +30,0 vorzuweisen – man erzielt pro 100 Ballbesitze also 30 Punkte mehr als der Gegner.

Was am anderen Ende des Parketts vonstattengeht, ist zu einem großen Teil Charles Lee und seinem Trainerstab zuzuschreiben. Dass die Hornets über einen Zeitraum, der inzwischen schon mehr als ein Viertel der Saison beträgt, eine Top-5-Defense stellen, ist schlichtweg unglaublich. Intensität, Leidenschaft, Teamwork, ein intelligentes Scheme – die Hornets vereinen aktuell all das, was es für eine starke Defensive in der modernen NBA braucht.

Mit dem 110:107-Sieg über die Atlanta Hawks, bei dem vor allem Miller mit 31 Punkten brillierte, zeigten die Hornissen eine starke Reaktion auf das Ende ihrer jüngsten Siegesserie gegen Detroit – und die damit verbundenen, unschönen Szenen. Auch ohne Diabaté und Bridges, die nach dem All-Star-Break noch drei weitere Spiele gesperrt sein werden, fand Charlotte zurück auf die Siegerstraße.

Die 9:0-Siegesserie vor dem Pistons-Spiel war der erste solche Lauf in der NBA-Geschichte, bei dem kein einziger Spieler über 28 Jahren auch nur einen einzigen Punkt beisteuerte. Anders formuliert: Die Hornets sind aktuell nicht nur verdammt gut, sie sind auch verdammt jung. Erste Vergleiche zu den Indiana Pacers, die in der vergangenen Saison überraschenderweise bis in die Finals marschierten, wurden bereits gezogen. Auch wenn diese Lobeshymnen noch etwas verfrüht sein mögen: Charlotte scheint (endlich) eine rosige Zukunft vor sich zu haben.

Die Chancen stehen gut, dass die längste aktive Playoff-Dürre der NBA im April endet. Vielleicht können die Hornets ihren Gegner in der ersten Runde sogar vor echte Probleme stellen. Doch selbst wenn nicht, wird diese Spielzeit ein unverhoffter Erfolg und ein großer Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Wenn sich LaMelo, Knueppel und Miller weiterhin Seite an Seite entwickeln, könnten die Hornets in den kommenden Jahren für ordentlich Alarm in der Eastern Conference sorgen.

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