Home » Flight Girl Kolumne 01/26: Wo Sind Die Basketballschuhe, Die Mich Dunken Lassen?

Flight Girl Kolumne 01/26: Wo Sind Die Basketballschuhe, Die Mich Dunken Lassen?

by Aurelia Rieke
0 comment

2026 – egal, wie oft ich mir die Zahl 2026 laut vorsage, fällt es mir schwer zu glauben, dass wir wirklich schon in 2026 angekommen sind. Wenn ich mir früher als Teenager Gedanken über die Zukunft gemacht habe, hätte ich geglaubt, dass Autos schon fliegen oder es endlich Basketballschuhe gibt, die jemanden wie mich, mit 1,69 Metern auch dunk lassen – ja, diesen Traum habe ich noch immer und ich frage mich, wo bleiben endlich diese Basketballschuhe.

Ich freu mich ja immer auf den Jahreswechselabend, da ich jedes Mal glaube, mit einer bahnbrechenden Erkenntnis das Jahr zu beenden und mit der neu gewonnenen Weisheit dann schlauer ins neue Jahr zu starten. Das ein oder andere Mal traf das auch zu. An diesem Silvesterabend kann ich nur sagen, war meine bahnbrechende Erkenntnis, wie viel ich jede Minute mehr Schlaf zu schätzen wissen sollte.

Denn davon hatte ich jetzt, mit drei Tagen im neuen Jahr, schon wieder viel zu wenig. Nur liegt es diesmal nicht an der Zeitverschiebung durch meine USA-Reisen oder durch die NBA-Spiele, die ich mir reinziehe – sondern an meiner Katze, die das Feuerwerk und die Böllerei so emotional mitnimmt, dass sie nachts zwischen Kotzen von ihrem nervösen Magen und „streichel mich – ich habe Angst“-Momenten es mir unmöglich macht, Schlaf zu finden.

Aber jetzt mal im Ernst: Wie wichtig ist einfach Schlaf! Das ist auch mit die häufigste Frage, die ich von euch erhalte, wie ich die vielen Reisen mit den ständig wechselnden Zeitzonen körperlich schaffe (gefolgt natürlich von: Kannst du mir ein Autogramm mitbringen? Spoiler – nein, wir dürfen Spieler nicht nach Autogrammen fragen) und wie ich das alles mit so wenig Schlaf schaffe, weiß ich oft tatsächlich auch nicht.

So überwältigend 2025 auch war, musste ich aber auch sehr viel opfern, und da stand an erster Stelle auf jeden Fall der Schlaf – was sich leichter anhört, als es in der Realität umgesetzt ist. Deswegen Goal Number one dieses Jahr: Wege zu finden, mehr Schlaf zu bekommen. Und direkt die ersten drei Nächte reingeschissen in 2026, lol.

An anderer Stelle möchte ich es aber nicht vergessen, mich nochmal von ganzem Herzen bei all eurem Support zu bedanken. 2025 hielt so viele Überraschungen bereit: Ich wurde das erste Mal ins NBA-Journalisten-Voting-Komitee berufen, zuerst um für die All-Star Starting Five abzustimmen, dann für die Regular Season Awards. Was mich immer noch sprachlos mit großen Augen zurücklässt.

Mein drittes Jahr NBA Finals, die ich covern durfte, mit dem zweiten Deutschen, Isaiah Hartenstein, der NBA Champion wird nach Dirk Nowitzki. Die zweite Summer League, die übervoll war mit so viel Talent, durch eine überragenden Rookie Class. Und dann die völlig überraschende Anfrage von Sky Sport vor gerade mal zwei Monaten. Gekrönt wurde das Ganze dann mit der zweiten Anfrage, passend zum Nikolaus, ob ich wieder mit abstimmen möchte für All-Star 2026.

Diese Wertschätzung der NBA bedeutet mir einfach alles. Meine All-Star Nominees muss ich bis zum 12.01. eingereicht haben. Mal gucken, was bis dahin noch passiert. Hoffentlich verletzt sich nicht noch ein weiterer Spieler – das ist diese Season echt der Horror, wie viele Verletzte wir haben.

Deswegen nochmal: taaaaausend Dank für euren Support und euer unglaubliches, liebevolles Feedback zu meiner Arbeit. Euer Interesse an dem, was ich tue, macht all das mit möglich.

Freuen wir uns auf all das, was jetzt in 2026 kommt. Und es startet ja direkt mit einem Knaller!

Einfach mal das erste Regular-Season-NBA-Game, das in Berlin am 13. Januar ausgetragen wird: Orlando Magic vs. Memphis Grizzlies. Und ich darf mit am Start sein für Sky Sport. Ich kann euch sagen, ich bin richtig aufgeregt. Wir haben so viele geplante Interviews, Social Content und Live-Schalten geplant, dass ich gespannt bin, wie wir das alles an dem Tag schaffen. Ich versuche euch an dem Tag natürlich über Instagram auf dem Laufenden zu halten, was alles so vor Ort passiert.

Und natürlich gibt’s dann wieder eine Kolumne mit Gedanken und Eindrücken. Ich schulde euch auch noch ein paar Worte von meinem letzten Einsatz in NYC. Ich kam die ganze Zeit noch nicht dazu.

Foto: Aurelia Rieke

Auch wenn es jetzt schon ein paar Tage her ist, würde ich gerne noch ein paar Worte dazu verlieren, da unter anderem das Game mit dabei war, bei dem Franz sich verletzt hat – gegen die Knicks im Madison Square Garden – und wir ihn seitdem leider noch nicht wieder auf dem Platz gesehen haben.

Ich kann euch sagen, ich war lange nicht in so einer Schockstarre. Ich hatte einen guten Blick auf die Situation, und der Moment, wenn diese so laute Arena, plötzlich in tote Stille eintaucht, da malst du dir immer das Schlimmste aus. Ich war vor Ort für Sky Sport und wir hatten in der Halbzeit eine Live-Schalte geplant. Ich versuchte also das zweite Viertel über, etwas herauszufinden, was ich dem Zuschauer in Deutschland mitgeben konnte.

Foto: Aurelia Rieke

Bei meiner Recherche fand ich dann heraus, dass es auf den Tag exakt ein Jahr her war, dass sich Franz das letzte Mal an seinem Bauchmuskel verletzt hatte und ihn dass ja seine All-Star Nominierung gekostet hatte. Ich dachte nur, nicht schon wieder, das hat er nicht verdient. Bis dahin hatte Orlando die Info veröffentlicht, dass wohl sein unteres Bein betroffen sei und scheinbar nicht sein Knie, wie es zuerst auf dem Court aussah – was mich tatsächlich hat aufatmen lassen, da hatte ich die ersten Hoffnungen, dass es dann vielleicht doch nicht so schlimm sei.

Im Studio in München saßen Frank Buschmann und der Bruder von Tristan, Oscar Da Silva – Oscar, der sogar direkt nach seinem Spiel, sich auf den Weg ins Studio gemacht hat, um dann das Game seines Bruders zu kommentieren. Davon ein Teil dieser Berichterstattung sein zu dürfen, war sehr besonders für mich.

Foto: Aurelia Rieke

Später nach dem Game konnte ich noch Franz mit seiner ganzen Familie sehen, die extra wegen der Weihnachtszeit in die USA gereist sind. Ich dachte nur: So schlimm das Ganze ist, aber wie schön, dass dann wenigstens deine Eltern bei dir sind, um dich aufzubauen. Dieser Zusammenhalt der Familie Wagner ist einfach besonders. Oder, um es in den Worten von Dennis Schröder zu halten:

„Ich wünsche mir, dass ich mit meinen Kindern wenn sie groß sind, auch so ein gutes Verhältnis habe wie Moritz und Franz mit ihren.“

Jetzt bleibt uns nur noch zu hoffen, dass Franz und Moritz beide rechtzeitig wieder fit sind, damit sie beide in Berlin in ihrem Zuhause wieder für Orlando auflaufen können.

Also alles Gute den beiden.

Bis dahin, euer Flight Girl

You may also like

About Us

Court is in session. You in?

Feature Posts